Neues Gefängnis in Asten: Fakten, offene Fragen & Position von MIA

Kurz zusammengefasst: In Asten steht eine neue reguläre Strafvollzugsanstalt mit rund 550 Haftplätzen im Raum. MIA fordert vor jeder Entscheidung vollständige Standorttransparenz, ein konkretes Sicherheitskonzept, eine Lösung der Verkehrsfrage, die Einhaltung früherer Zusagen und fairen Ausgleich für die Gemeinde.

In Asten steht ein mögliches Großprojekt im Raum: Zusätzlich zum bestehenden forensisch-therapeutischen Zentrum soll eine neue reguläre Strafvollzugsanstalt mit insgesamt 550 Belegplätzen entstehen. Bei der Informationsveranstaltung des Bundes wurde darüber gesprochen – konkrete Antworten auf die wichtigsten Fragen blieben aus.

Wir von MIA – Für die Menschen in Asten waren vor Ort und haben die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger eingebracht. Unser Fazit ist klar: Wenn der Bund über ein neues Gefängnis in Asten nachdenkt, braucht es volle Transparenz, belastbare Fakten und faire Bedingungen für unsere Gemeinde.

Was ist in Asten geplant?

Nach den bisher bekannten Informationen soll in Asten neben der bestehenden forensischen Einrichtung eine neue Justizanstalt für den regulären Strafvollzug entstehen. Geplant sind rund 550 zusätzliche Haftplätze.

Als Begründung nennt der Bund die angespannte Situation in österreichischen Justizanstalten. Tatsächlich ist der Strafvollzug in Österreich stark belastet; das Bundesministerium für Justiz berichtete im Februar 2026 von einem Belag von 108 %

Doch die zentrale Frage lautet nicht nur, ob zusätzliche Haftplätze gebraucht werden. Die Frage lautet auch: Warum ausgerechnet Asten – und unter welchen Bedingungen?

Asten trägt bereits heute große Belastungen

Asten hat in den vergangenen Jahrzehnten bereits viel für überregionale Aufgaben getragen. Dazu zählen unter anderem:

  • das bestehende forensisch-therapeutische Zentrum Asten,
  • die regionale Kläranlage,
  • die ehemalige Mülldeponie,
  • der starke Durchzugsverkehr,
  • die Belastungen durch den Ennshafen,
  • und die bestehende Justiz-Infrastruktur.

Die Justiz führt Asten offiziell als Standort eines forensisch-therapeutischen Zentrums in Oberösterreich. Bereits 2020 wurde öffentlich berichtet, dass die Justizanstalt Asten von 200 auf 300 Plätze erweitert wurde. 

Gerade deshalb darf eine weitere massive Erweiterung nicht einfach über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden werden.

Sicherheit: Keine Beruhigung, sondern konkrete Antworten

Ein neues Gefängnis in Asten betrifft unmittelbar das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Pauschale Hinweise auf allgemeine Standards reichen nicht aus.

MIA fordert ein konkretes Sicherheitskonzept für Asten. Dazu gehören klare Antworten auf Fragen wie:

  • Welche Sicherheitsmaßnahmen sind konkret für den Standort Asten vorgesehen?
  • Wird die Polizei-Infrastruktur in Asten gestärkt?
  • Welche Einsatz- und Krisenpläne gibt es?
  • Wie werden Bevölkerung, Gemeinde und Einsatzkräfte eingebunden?

Wer ein Projekt dieser Größenordnung plant, muss Sicherheit nicht nur behaupten, sondern nachvollziehbar erklären.

Verkehr in Asten: Zusätzliche Belastung braucht Lösungen

Asten ist verkehrlich bereits stark belastet. Ein Verkehrsgutachten zeigt schon jetzt, dass der Astener Kreisverkehr bis zum Jahr 2031 seine absolute Leistungsgrenze erreicht. Ein zusätzliches Großprojekt bringt hunderte Bedienstete, Besucher, Lieferanten und Einsatzfahrten mit sich.

Deshalb braucht es vor einer Standortentscheidung ein transparentes Verkehrskonzept. Entscheidend ist nicht nur, ob der Bau technisch möglich ist, sondern ob die Gemeinde die Folgen überhaupt tragen kann.

MIA fordert: Kein neues Großprojekt ohne vorherige Lösung der Verkehrsfrage.

Frühere Zusagen müssen gelten

Bei früheren Erweiterungen wurde der Gemeinde zugesichert, dass die Zahl der Haftplätze in Asten dauerhaft begrenzt bleibt. Wenn nun weitere 550 Plätze dazukommen sollen, steht diese Zusage massiv infrage.

Politik braucht Verlässlichkeit. Vertrauen entsteht nicht durch nachträgliche Umdeutung alter Vereinbarungen, sondern durch klare Worte und eingehaltene Zusagen.

MIA sagt Ja zu Verantwortung – aber Nein zu unfairer Belastung

MIA stellt nicht infrage, dass Österreich zusätzliche Lösungen im Strafvollzug braucht. Aber Verantwortung muss fair verteilt werden.

Asten darf nicht automatisch zur ersten Adresse für jede weitere Belastung werden. Wer von der Gemeinde Akzeptanz erwartet, muss auch Transparenz, Mitsprache und Ausgleich bieten.

Unsere Forderungen zum geplanten Gefängnis in Asten

MIA fordert vom Bund:

  1. Offenlegung aller geprüften Standorte
    Die Bevölkerung hat ein Recht zu erfahren, welche Alternativen zu Asten geprüft wurden.
  2. Ein konkretes Sicherheitskonzept für Asten
    Allgemeine Standards reichen nicht aus. Es braucht Antworten für die konkrete Situation vor Ort.
  3. Ein belastbares Verkehrskonzept
    Zusätzlicher Verkehr darf nicht einfach auf die Gemeinde abgewälzt werden.
  4. Einhaltung früherer Zusagen
    Vereinbarungen mit der Gemeinde müssen ernst genommen werden.
  5. Fairer Ausgleich für Asten
    Wenn Asten zusätzliche Lasten tragen soll, braucht es auch konkrete Vorteile, Investitionen und Absicherungen für die Gemeinde.

MIA bleibt dran: Für die Menschen in Asten

Als unabhängige Bürgerliste steht MIA für die Interessen der Menschen in Asten. Wir lassen uns nicht mit vagen Aussagen abspeisen und akzeptieren keine Entscheidungen hinter verschlossenen Türen.

Ein neues Gefängnis in Asten wäre ein Projekt mit langfristigen Folgen. Deshalb braucht es jetzt Klarheit, Transparenz und Fairness.

MIA fordert: Keine neue Strafvollzugsanstalt in Asten ohne Sicherheitskonzept, Verkehrslösung, Standorttransparenz und fairen Ausgleich für unsere Gemeinde.


Geplant ist nach bisher bekannten Informationen eine zusätzliche reguläre Strafvollzugsanstalt mit rund 550 Haftplätzen.

Asten wird als möglicher Standort genannt. MIA fordert die Offenlegung aller geprüften Standorte.

Transparenz, ein konkretes Sicherheitskonzept, ein belastbares Verkehrskonzept, die Einhaltung früherer Zusagen und fairen Ausgleich für Asten.

Leave Your Comment

Für die Menschen in Asten (MIA) | © 2023 All Rights Reserved